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eine wunderschöne DVD haben Sie da gemacht. Es passiert selten, daß ich heulen muß... Aber Kevin war, wie man in den Midlands sagt "my mate".
My tribute to Kevin
Kevin Coyne war für mich ein “Seelenverwandter”, ein “soul-brother”: gleicher Jahrgang, gleiche Kindheit im kunstfeindlichen Milieu der Nachkriegsprovinz und, last not least, ein ähnlicher Humor, der sich aus der Melancholie speist. Als ich Kevin anläßlich seiner letzten Vernissage zum letztenmal traf, war er schon schwer von seiner Krankheit, der Lungen-fibrose, gezeichnet. Seine Frau Helmi trug ihm die Sauerstoffflasche hinterher, die ihn mit zwei Plastikschläuchen, die er in die Nase einführen mußte, mit Sauerstoff versorgte. „Like a dog on the lead“, komme er sich vor. Er nahm auch das noch mit Humor.
Einige Wochen vorher, an einem schönen Spätsommertag, saßen wir auf unserer Terrasse. Kevin atmete ohne die Sauerstoffflasche. Wir sprachen über den Rock´n Roll. Als alter Rock Rebell konnte er mit den „Beatles“ nichts anfangen, da waren ihm die „Stones“ schon lieber. Und er war froh, daß er das Angebot seines Lebens ausgeschlagen hat: Nach dem Tod von Jim Morrison wollten ihn die „Doors“ zu ihrem Leadsänger machen. Er hat es abgelehnt: „It was the right decision“. Starrummel war ihm immer suspekt. Er wollte seinen eigenen Weg gehen. Eigensinnig und unbeirrbar: „Learn to swim, learn to drown.“.
Fitzgerald Kusz, Mai 2008
As good as the music is, the moments of 'The Last Wall' I most enjoyed seeing again after more than twenty years were not part of the concert itself, but two staged scenes at the beginning and the end of the film.
In the first scene, the band 'arrive' at the concert site, and Dad leads everyone from the van (that it's marked 'Valiant Electrical Wholesale Company, Lettice Street, Fulham' adds a tragi-comic note - no Rock Star trappings for Dad, ever) with mock gravitas: "Follow me... take your time... it's a very important show..."
In the second scene, at the conclusion of the gig, Dad tears through the paper wall at the back of the stage and steps outside to contemplate the real Berlin wall beyond it. It's an effective piece of theatre, and I know Dad would have appreciated the drama and the symbolism of it, but I'm quite sure that as he turns around he's struggling not to laugh.
There are a lot of things I miss about Dad, but his reactions in these moments demonstrate the qualities I perhaps miss the most; his fantastic sense of humour and feel for the absurd, and an inability, or refusal, to take anything too seriously - particularly himself. It was a special kind of humility, and absolutely fundamental to the enduring quality of his work, I think. It was also wonderful, and instructive, to be around.
Dad was a real artist, and there was no separation between his music and the rest of his life. On stage, he loved to entertain and to put on a show, but there was never anything false about it. He was exactly the same in every other setting - just as spontaneous and entertaining, and just as intense. At home, as I grew up, music and creativity were a constant presence, and I have Dad to thank for the tremendous pleasure I continue to get from listening to music, and for handing down to me, by his own example, the idea that creativity was an everyday thing - that you could also make your own music, draw your own pictures, and write your own stories.
Dad's older brother and sister were, respectively, a jazz trumpeter and an opera-singing child prodigy, and his father had played the drums. Further back in the family were any number of other musicians and performers (including one star of music-hall - a kind of English cabaret or revue form, with heavy emphasis on comedy, that Dad loved and incorporated into his own work), and I think Dad enjoyed the continuity - feeling himself part of a tradition. I now feel a part of that tradition myself. I couldn't be prouder of Dad, or of being his son, and the incredible things he achieved as an artist are a source of strength and inspiration for me - as I know they are for many others, in fact. In the end, Dad's work is really for anyone sensitive enough to feel and understand it, and I'm certain it will live on in the joy and comfort - the relief of feeling one's self understood - that those people will continue to draw from it.
Robert Coyne, May 2008

MEYER RECORDS no 158 (DVD)
©2008 Dockland Productions / MEYER RECORDS PAL, DVD5, Region All
Die Video-DVD Kevin Coyne – At The Last Wall vorrätig bei JPC.

AT THE LAST WALL Kevin Coyne At The Last Wall – a film of the concert at the TEMPODROM in Berlin
[in front of the Berlin Wall,1982] Produced & directed by Diethard Küster
Kevin Coyne with Pete Kirtley [guitar], Steve Lamb [bass], Steve Bull [keyboards] and Dave Wilson [drums]
BONUS: THE UNKNOWN FAMOUS Kevin Coyne – The Unknown Famous,
a documentary by Diethard Küster Recorded live in Bordeaux, France with Friedl Pohrer, acoustic guitar [1997]
Including: I Want My Crown [3:05, trad. arr. Kevin Coyne].
Diethard Küster | My First Movie: AT THE LAST WALL – KEVIN COYNE IM TEMPODROM
Irgendwann Ende der 70er Jahre hatte ich den Martin-Scorsese-Film THE LAST WALZ gesehen. Ein Film über das Abschiedskonzert von THE BAND, der Band, die für eine Weile Bob Dylans Hausband war. Der Film hatte mich – im Gegensatz zu Scorseses aktuellem Film über die ROLLING STONES – sehr beeindruckt. Noch nie vorher hatte ich ein so überzeugendes filmisches Umsetzen von Musik in Bilder, so ein musikalisches Umsetzen von Bildern in einen Musikfilm gesehen. Anfang der 80er war die Zeit der Hausbesetzungen in Berlin. Mit einem Kumpel hatte ich ein Benefit-Konzert für Afghanistan im Berliner METROPOL organisiert. Gespielt haben damals die linke Kult- und Sponti-Band SCHRÖDER ROADSHOW, die damals bekannteste Punkband PVC und... KEVIN COYNE. Nachdem dieses Konzert gut gelaufen war, ich Scorseses LAST WALZ gesehen hatte, dachte ich mir: was der kann, kann ich auch. Just do it. Die legendäre Berliner Waldbühne sollte die Kulisse meines ersten Films sein. Die Bands, bekannt und beliebt müssten sie natürlich sein, sollten kostenlos für die Hausbesetzer spielen - warum nicht sogar die STONES. Umsonst und draußen. Wir würden das schon organisieren. 20.000 Zuschauer würden die Waldbühne füllen und ich würde einen Film darüber drehen. Ich hatte schon recht genaue Pläne für eine Schienenfahrt der Kamera, beginnend mit einer Totalen vom oberen Rand der Waldbühne, endend auf dem extremen Close-up des Leadsängers – wer auch immer das sein würde. Dass diese Einstellung ungeschnitten wahrscheinlich mindestens acht Minuten lang gewesen wäre, dazu außergewöhnlich hohe Kosten verursacht hätte, waren erst einmal Marginalien, die später sicher zu lösen, dafür aber in die Filmgeschichte eingehen würden. Das war der Plan. Ein guter Plan, der aber leider das Leid einer ganzen Reihe großer Pläne teilte, immer ein Plan zu bleiben. Irgendwann in dieser zeit rief mich Kevin an. Der unter Musikkennern legendäre Kevin Coyne, den ich von besagtem Afghanistan-Benefit kannte, fragte mich, ob ich nicht in Berlin ein Konzert für ihn organisieren könnte. Kevin wollte immer spielen. Er war eine Rampensau und er brauchte immer Geld. Ich sah mich eigentlich nicht als professionellen Konzertveranstalter – da gab es schon den ein oder anderen Platzhirsch in Berlin – aber ich wollte ja noch mit Martin Scorsese gleichziehen. Wenn ich einen Film über seinen Auftritt drehen dürfte, würde ich ein Konzert für ihn organisieren. Das war der Deal. Ob Film oder nicht, Kevin war das scheißegal. Die Zusicherung einer Garantiegage, war ihm wichtiger. Kevin, der zwar eine Kultfigur der Musikszene war und Orte wie das QUASIMODO in Berlin spielend zwei Tage hintereinander ausverkaufen konnte (ca. 250 Personen pro Tag), war jedoch nie der massenkompatible Rockstar. Zu eigenwillig war seine Musik, zu unkontrollierbar war er selbst. Für die Waldbühne sicherlich eine Nummer zu klein. Das alte TEMPODROM, ein Zirkuszelt auf dem öden Brachland vor der Berliner Mauer, im Niemandsland mitten auf dem Potsdamer Platz, genau da, wo heute das Sony-Center steht, schien mir ideal. Vielleicht ein bißchen groß für Kevin, aber sicherlich angemessen. Der Plan stand. Der Plan war gut. Aber vor der Umsetzung stand die Realität, sprich: die Kosten. Und zwar nicht wenige. Ein Konzert seriös und kostengünstig zu organisieren und abzuwickeln war für einen Amateur schon schwierig genug. Ich war aber doch überrascht, was am Ende des Tages alles zu bezahlen war. Es war ja kein Benefit-Konzert, sondern ein krudes “kapitlistisches Unternehmen“. Dazu kamen dann noch die Kosten für den Film. Und was so ein Film kosten sollte, überraschte mich dann auch ein bischen. Filmmaterial, Kamera-, Geräte- und Personalkosten, ein mobiles 16-Spur Tonstudio (digital und klein gab’s damals noch nicht), Schnitt, Tonmischung... alles kostete irgendwie Geld. Und genau das war es, was ich als Student so überhaupt nicht hatte. Und leider auch keine reichen Eltern. Na und? Mit einem verrückten Kumpel – was aus Norbert Weyer geworden ist, weiss ich gar nicht – ging ich das Projekt an. Irgendwoher trieb er ein paar tausend D-Mark. Ein Berliner Anwalt war mit weiteren 10.000 DM dabei – steuerbegünstigt und gewinnbeteiligt. Aus letzterem ist bis heute nichts geworden. Langer Rede kurzer Sinn: Kevin und seine Band kamen nach Berlin. Wichtige Fragen stellten sich nun: Würden wir ihn bis zum Konzert einigermaßen nüchtern halten können? Es ist kein Geheimnis, dass Kevin zum damaligen Zeitpunkt seiner Karriere schwerer Alkoholiker war. Würden genug Leute ins TEMPODROM kommen, so dass wir überhaupt die Gage für Kevin zahlen könnten? Würde irgendeiner von meinen professionellen Team-Mitgliedern, Kameramännern und Toningeneuren merken, dass dies mein allererster Film sein würde? Wie kriegt man vier Kameras ohne Tonklappe synchron? Würde mein Kamerakonzept aufgehen? Würde das überhaupt alles klappen? Kevin konnte und wollte sich grundsätzlich nie an Songlisten halten. Meine Vorschläge für eine Setlist nahm er grummelnd mit einem “We’ll see“ zu Kenntnis. Fragen über Fragen. Doch am Ende klappte tatsächlich alles. Nur den nagelneuen kanariengelben Overall, den Kevin sich extra für diese Konzert gekauft hatte, ließ er sich nicht ausreden. Ein Horror für jeden Kameraman! Gela-Marina Runne, die ’Haus-und-Hof-Cutterin’ von Herbert von Karajan machte in drei Nachtschichten tatsächlich einen Film aus meinem Material. Mein Konzept hatte funktioniert. Marina Runne gelang es, mein Anliegen, Rock’n’Roll pur, die Anspannung, die Konzentration und Kommunikationsfähigkeit von Musikern auf der Bühne ohne Chi-chi zu zeigen, in einen Film zu gießen. Bis heute kann ich sagen, dass ich in den drei Nächten am Schneidetisch (Steenbeck, Avid gab’s noch nicht) unglaublich viel über die große Abhängigkeit der Bilder vom Rhythmus ihrer Abfolge gelernt habe. Denn das Verhältnis zwischen Bildern und Rhythmus entscheidet in hohem Maße über die Qualität eines jeden Films - auch im Fiction- und Dokumentarbereich. Rhythm is it! Fünfzehn Jahre später lief AT THE LAST WALL im Rahmen des ARTE Themenabends BEAUTIFUL LOSERS spät nachts zum ersten Mal im deutschen Fernsehen. Für diesen Themenabend hatte ich ein kleines Kevin-Coyne-Update gedreht. Vieles hatte sich in Kevins Leben geändert. Mit seiner zweiten Frau Helmi lebte er inzwischen auf dem Land in einem kleinen Kaff bei Nürnberg. Dem ’alten Affen Alkohol’ war er inzwischen entkommen. Es überraschte und berührte mich, als Kevin nach der Ausstrahlung bei mir anrief und sich bedankte. Als er sagte “I know what you did for me“, hatte ich das Gefühl, allein dafür hat es sich gelohnt. Als er 2004, starb war ich weit weg von Europa. Ich habe erst Monate nach seinem Tod davon erfahren. Immer wieder e-mailten mir wildfremde Menschen mit der Bitte um einen Mitschnitt des Films. Und immer wieder verschickte ich kostenlos VHS-Kassetten des Films. Irgendwie war es nie ein kommerzielles Projekt gewesen. Irgendwie passend zu Kevin und seiner Musik. Als ich irgendwann einmal Werner Meyer, der sein kleines Musiklabel MEYER RECORDS in Köln liebevoll hegt und pflegt, die Geschichte erzählte, entstand der Plan, den Film 25 Jahre nach seiner Entstehung als DVD heraus zu bringen. Ein neuer Plan. Wieder Kosten. Doch diesmal tat’s nicht mehr so weh. Diethard Küster, Mai 2008 Diethard Küster ist heute Regisseur für Kino- und Fernsehfilme. Der Musik ist er auch treu geblieben. Seine DVD “WILLY DEVILLE – THE BERLIN CONCERTS“ und sein Film “BEAUTIFUL LOSERS“ über Leonard Cohen, Marianne Faithful und Willy DeVille wurden allseits hoch gelobt. www.diethard-kuester.de